Umzug

Nein, ich bin nicht mit meiner ganzen Familie, sondern nur mit meinem Blog umgezogen. Falls du hier gelandet bist, bist du nicht mehr bei der richtigen Adresse. Ich freue mich aber wenn du mich weiterhin besuchst und bitte dich einfach auf diesen Link zu klicken, dann müsstest du zu meinem aktuellen Blogbeitrag kommen. Mein Thema bleibt dasselbe, nur das Design hat sich etwas verändert und der „Wohnort“ des Blogs. Vielen Dank!

http://www.alltagsstueckwerk.com

versprochen (vom 29.12.)

Und wenn ich eines über die Jahre gelernt habe dann das: Mein Gefühl ist nicht immer die Wahrheit! Heute bin ich sehr dankbar dafür ein Versprechen abgegeben zu haben, dass nicht immer auf das vorherrschende Lebensgefühl Rücksicht nimmt und auch nicht die Absicht hat darauf Rücksicht zu nehmen. Es hat die Absicht, dass man sich an manchen Tagen einfach durchbeißt, an sich arbeitet, Charakterschule betreibt, nicht aufgibt, verletzt wird und lernt zu vergeben, verletzt und lernt sich zu entschuldigen, lernt eine andere Sprache zu sprechen, die Sprache des anderen, die auch deutsch ist und im Alltag doch manchmal wie eine Fremdsprache wirkt. Dankbar, dass dieses Versprechen die Hand des anderen nimmt und all die schönen Momente festhält, all die friedlichen Augenblicke, all die Begegnungen auf Augenhöhe. Dankbar, dass dieses Versprechen die Hand des anderen nicht loslässt in all den schwierigen Momenten, da wo Stillstand herrscht und Stille. In 15 Jahren weiß man ein bisschen mehr was die schlechten Zeiten sind, die man mit 21 Jahren versprochen hat durchzustehen. Es sind unsere schlechten Zeiten und unsere guten Zeiten, es sind unsere Krisen und unsere Hochzeiten nach unserer Hochzeit, da wo Hollywoodfilme enden und unsere Ehe begann. Es ist unsere Zeit, unser Versprechen, unsere Ehe. Und heute bin ich dankbar nach einem voll schönen Familientag, dass wir 15 Jahre gemeistert haben, obwohl wir so unterschiedlich sind, dass wir Eltern sind, obwohl wir so unterschiedlich sind, dass wir uns lieben, obwohl wir so unterschiedlich sind oder20161229_154353_20161230002844110 weil wir so unterschiedlich sind?

Vorfreude

Wenn ich eines mag, dann Vorfreude. Heute bin ich sehr dankbar dafür, dass sich mein Mann Zeit genommen hat und wir Fotos für unsere Neujahrs-Grußkarten gemacht haben. Ich bin von den Weihnachtskarten etwas weg gekommen, weil ich das in der Zeit nicht so gut hin bekomme. Aber ich liebe es Briefe und Karten zu schreiben, das Geräusch vom Füller oder Kugelschreiber auf dem Papier, wenn Gedanken in Buchstaben zu Worten werden, zu Sätzen, die Wünsche, Gefühle, Pläne beschreiben. Und so freu ich mich schon voll darauf wie die Karten fertig aussehen werden um sie dann mit Gedanken zu füllen und an liebe Menschen zu verschicken. Irgendwie lustig, dass das Schreiben zu einem echten Hobby von mir geworden ist…Ein schönes Hobby. 20161227_155131

Und ich hatte die Idee, wer Lust hat Post zu bekommen, der darf mir gerne unter dieschneiderin@web.de eine Mail mit seiner Adresse schreiben und ich schicke dir auch ein paar Neujahrsgrüße.

danke sagen

Auch das liebe ich an der Weihnachtszeit: es ist die Zeit um Danke zu sagen. Menschen, denen man immer nur zwischen Tür und Angel oder gar nicht bewusst dankt. Und es sind so viele, die ihren Beruf ausüben und mir den Alltag erleichtern oder verschönern. Da sind all die Pädagogen, denen ich an vielen Tagen meine Kinder anvertraue. Der DHL Mann, der uns übers Jahr so viele Pakete bringt, weil mein Mann viele Flyer, Plakate und andere Dinge entwirft und in den Druck gibt und diese Pakete sind besonders schwer. Da sind die freundlichen Verkäuferinnen aus der Kinderabteilung des Kaufhauses in dem wir wohnen, die diese Pakete immer annehmen, wenn wir nicht da sind. Da ist die kreative Floristin, die einen so stilvollen kleinen Laden hat, in dem ich immer einen kleinen Blumengruß kaufe, wenn wir eingeladen sind. Das betreten ihres Ladens ist immer wieder ein kleiner Alltagsurlaub… Die Weihnachtszeit nutzen um Freundlichkeit wahrzunehmen, zu feiern, mich dafür zu bedanken. Da wo Menschen nett zueinander sind. Da wo Menschen nichts Böses füreinander im Sinn haben. In einer Zeit in der die Schreckensnachrichten kein Ende nehmen und die Traurigkeit darüber, was aus Menschenherzen werden kann und wie viel Zerstörung sie anrichten kann wahrnehmen, dass es Freundlichkeit gibt, den Wunsch friedlich miteinander zu leben. Dafür bin ich heute dankbar.20161221_132046

vom Monolog zum Dialog

20161219_125030Alltagslektion. Heute Morgen habe ich einen fetten Fehler gemacht, bzw. den Fehler habe ich schon vor einiger Zeit gemacht und heute bemerke ich die Folgen. Ich ärgere mich und verbringe ziemlich viel Zeit damit Dialoge in meinem Kopf mit mir selber zu führen. Nein, eigentlich es ist kein Dialog eher ein Monolog. Nicht sehr erbauliche und ermutigende Gedanken sind das. Später hilft mir meine Mittlere beim Kochen. Sie schlägt die Eier auf. Sie hat das schon ein paar Mal gemacht, aber gelingen tut ihr das noch nicht. Wir fischen einfach die Schalen mit dem Löffel raus – kein Problem. Und ich stutze während ich mit meiner Tochter koche. Zu ihr würde ich nie sagen, dass sie unfähig ist. Dass sie niemals in ihrem Leben kochen kann, weil das mit den Eiern nicht klappt. Dass sie es besser gleich lassen soll… Warum nicht? Weil ich weiß, dass es etwas Übung braucht und sie eine Lernende ist. Weil ich weiß, dass es absolut nicht motivierend ist, wenn ich so etwas zu ihr sagen würde, nicht zielführend und auch nicht nötig, weil sie es irgendwann kann. Ist es nicht interessant? Meinem Kind gestehe ich das Lernen und Üben zu, würde nie von ihr verlangen, dass sie alles auf Anhieb beherrscht und gebe ihr die Zeit, die sie braucht. Warum mir nicht? Weil ich erwachsen bin? Weil ich die Erwartung an mich habe, dass mir alles gleich gelingt was ich anpacke? Ich bin eine Lernende, das bleibe ich auch. Und dazu braucht es Übung. Ich jedenfalls brauche Übung in den Dingen, die neu sind in meinem Leben, wo neue Herausforderungen auf mich warten und neue Situationen gemeistert werden müssen. Natürlich sind die Konsequenzen bei meinem Fehler größer als die Eierschalen. Aber im Umgang damit kann ich lernen mit mir selbst auch freundlicher umzugehen. Und als aus dem Monolog in meinem Kopf ein freundlicher Dialog mit mir selber wurde (o.k. ich weiß ich bin seltsam) entwickelten sich plötzlich Lösungsansätze. Denn diese negativen Gedanken hindern die kreativen Gedanken daran ihre Arbeit zu machen. Jetzt hoffe ich mal, dass ich den Fehler möglichst klein halten kann in seinen Konsequenzen und gehe ins Bett, gnädig mit mir selbst. >Lissy, das kann mal passieren. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.< Und für diese kleine Alltagslektion bin ich heute sehr dankbar.

Viertelstunde

„Was für ein frustrierender Tag, der da zu ende geht!“ denke ich. Nach unserem Gottesdienst stehe ich in meiner Küche mit meinen 3 ladies und habe eine Tasse Kakao fallen gelassen. Wir haben echt super selten Kakao zu Hause und abends gibts den schon gar nicht. Aber meine Tochter wollte so gerne und fragte so lieb…also o.k. Und dann lasse ich diese blöde Tasse nicht einfach nur fallen, sondern sie fliegt so, dass 150 ml Kakao so richtig große Auswirkungen haben. Boden, Flächen, Schranktüren und die eine Schublade war nicht richtig zu. Außerdem ist meine hübsche Tasse aus Holland, aus unserem Urlaub, kaputt.  Und ich? Super genervt. Es ist schon voll spät, alle sind müde und dann der Druck, dass es morgen alle früh raus müssen. Ich bin wie immer alleine abends mit meinen Kids und überhaupt…was für ein doofer Tag. Und dann kommt meine Große und will, dass ich ihr die Fingernägel lackiere. Ich glaub es geht los und so reagiere ich dann auch. Ein einfaches: „Nein, heute Abend nicht.“ hätte es auch getan.collage_20161218222811346 Vergessen ist meine Feierlaune vom Vormittag als ich mit meiner Mittleren Kuchen gebacken habe und meine neue Küchenmaschine, die ich zum Geburtstag bekommen habe, so gefeiert habe. Sie ist nicht nur schön, sondern erleichtert echt meinen Kochalltag. Ich bin jedes Mal neu dankbar, wenn ich dieses Teil anschalte. Vergessen, den schönen Nachmittag. Meine Große wollte unbedingt zu einer Veranstaltung in der die Weihnachtsgeschichte nachgespielt wurde. Und man selbst war Teil der Geschichte, saß mit den Hirten am Lagerfeuer und machte Stockbrot, ging mit den Waisen zum König um nach dem Neugeborenen zu fragen. Super aufwendig, super schön gemacht. Vergessen, all die lieben Gesichter und Menschen, die ich heute im Gottesdienst gesehen habe und für die ich so dankbar bin. Vergessen, wie mein Patenkind zu mir gerannt kam: „Hallo Lissy.“ Er redet so süß! Eine Viertelstunde und alles Schöne steht in der Gefahr vergessen zu werden. Es war ein schöner Tag für den ich sehr dankbar bin und eine blöde Viertelstunde, die ich nun vergessen werde.

 

innere und äußere Ruhe

20161217_192701Nach einer langen Elternzeit vor 3 Jahren (wir sind bis nach Portugal mit unseren 3 Mädels gefahren) kam ich zurück und war innerlich so ruhig. Ich habe diesen Zustand erst wahrgenommen als wir schon wieder hier waren. Und eine Freundin meinte damals: „Es wäre schön man könnte diese innere Ruhe in den Alltag rüber retten.“ So eins zu eins geht das nicht. Aber heute habe ich das Privileg Rückzug genossen. Ich bin absolut gerne unterwegs und unter Menschen, aber um innere Ruhe zu erleben, brauche ich immer wieder äußere Ruhe. Wir waren heute viel zu Hause. Ich frage mich dann, ob das meinen Kindern viel ausmacht…Es ist wie ein Zurückziehen vor äußeren Reizen. Ich merke, dass viel in meinem Kopf umhergeht und ich erst einmal sortieren muss. Es ist ein für-mich-selbst-sorgen. Ich bin weder effektiv noch effizient. Ich bin einfach total gerne zu Hause, in meinen eigenen 4 Wänden und erlebte mit meinen 2 Kindern (meine Große war lange bei einer Freundin spielen) so viel Ruhe wie das mit 2 Kindern möglich ist. Ich bin dankbar für diesen ruhigen Tag…

alltägliches Privileg

Und auch wenn es so selbstverständlich wirkt, will ich weiterhin das Selbstverständliche als etwas besonderes wahrnehmen und dafür dankbar sein. So ist mein Wocheneinkauf nichts was ich besonders gerne mache, aber immer wieder dankbar bin, dass ich dies einfach machen kann und schon fast überfordert bin von der Auswahl. Es ist und bleibt eine alltägliche Tätigkeit, ein alltägliches Privileg.20161213_085424

Zickenkrieg…

20161212_122042-1…das erlebe ich nicht, wenn ich mit anderen Frauen zusammen bin. Woher kommt nur dieser schlechte Ruf wenn ausschließlich Frauen beieinander sind? Ich habe diesen Vormittag so genossen. Meine Freundin feiert ihren 40. Geburtstag. Und ehrlich gesagt kann ich diese Zahl nicht glauben… Und in ihrer kleinen Ansprache sagte sie: „Und heute feiern wir Frauenfreundschaften.“ Und das haben wir – in toller liebevoller Atmosphäre (sie hat ein Händchen dafür) und vielen tollen Frauen. (Ich habe fast die ganze Zeit mit einer so tollen Frau gesprochen, die ich vor vielleicht 10 Jahren mal getroffen hatte. Und wir waren gleich so mitten- in- unser- Leben-Gespräche. Sehr inspirierend, sehr bereichernd.) Und ich feiere heute meine Freundin. Sie hat mir schon so oft weiter geholfen. Es ist tatsächlich so, dass ich unsere Telefonate mit dem Satz beginne: „Hilf mir mal bitte das durch zu reflektieren…“ Und sie hilft- prägnante Sätze, gelebtes Vorbild, weise Worte. Ich bin beschenkt durch Freundinnen, die mit mir durchs Leben gehen, ich bin beschenkt durch das heutige Geburtstagskind. Vielleicht, weil unsere Männer denselben Beruf haben, Kollegen und Freunde sind, vielleicht, weil unsere Kinder im ähnlichen Alter sind, vielleicht, weil wir beide sehr intensiv fühlen und den Dingen auf den Grund gehen wollen. Und wenn ich mir eines wünschen darf, dann, dass wir in 40 Jahren in einem Cafe sitzen, die Rollatoren an der Wand geparkt und darüber reden, wie sich alles entwickelt hat, was aus unseren Kindern geworden ist. Wir zeigen uns Fotos von unseren Enkeln und sind genauso stolze Omas wie wir Mütter sind. 20161212_121723Sie legt ihre Hand auf meine und sagt: „Jetzt mischen wir uns nicht mehr ein. Jetzt sind sie groß.“ Loslassen ist ein Prozess, der immer andauert, weil sie unsere uns anvertrauten Kinder sind und Muttersein mit dem Alter nicht aufhört, wir lernen nur anders damit umzugehen. Und wir fragen uns, ob sich das ganze Sorgen gelohnt hat und wissen doch, dass wir nicht anders konnten. Damals, als sie noch so unbeschwert im Wald rumgetollt sind und die größte Herausforderung das meistern der Grundschule war. Es werden die guten alten Zeiten sein, von denen wir dann reden, die wir heute gestalten, die wir heute erleben. Danke für deine Freundschaft. Du bist eine weise wunderbare Frau! Happy Birthday.

Und als ich die Nachricht gehört habe, dass die 19jährige junge Frau in Freiburg von einem afghanischen unbegleitetem Geflüchtetem vergewaltigt und ermordet wurde, bleibt meine Welt für einen Augenblick in Schockstarre stehen. Und all die Gefühle, die in mir wohnen, zeigen sich. Kann ich weiter unbegleitete Geflüchtete aus anderen Kulturen bei mir willkommen heißen? Ist das nicht gefährlich? Wie verändert sich das Land in dem ich geboren bin, das ich liebe? Bestätigt es meine inneren Ängste und Unsicherheiten, dass das Böse von außen kommt und jetzt erst richtige Probleme entstehen, weil wir Grenzen und Häuser öffnen? Ist das so? Darauf habe ich keine Antworten – nur eine Geschichte. Vor knapp einem Jahr kamen sie das erste Mal zu uns zum Essen. Alle ziemlich groß, mit Bartwuchs und auf die Frage wie alt sie sind antworten sie: 16. Und ich bin etwas verunsichert. Unsere 16jährigen sehen wirklich anders aus – noch nicht so nach Mann. Und ich bin so dankbar, dass meine Angst mich zur Vorsicht mahnt, aber nicht zur Ausgrenzung ermutigt. Und so kommen sie, jede Woche. Und ich höre ihre Geschichten. Der eine gehört zu einer Minderheit in seinem Heimatland. Keine Chance auf Bildung, auf Entwicklung, auf Selbstständigkeit. Immer Angst vor der Gewalt, die auf der Straße lauert. Und seine Mutter schickt ihn los, als das Nachbardorf verwüstet wird. Er soll es besser haben, er soll eine Chance bekommen. Zukunft soll kein leeres Wort, sondern Wirklichkeit werden. Der Kontakt nach Hause fast unmöglich, weil es dort die Telekom nicht gibt. Seinen Freund hat er auf der Flucht kennen gelernt. Seine Familie glaubt an einen anderen Gott und das ist in seinem Heimatland nicht erlaubt. Das Wort Toleranz kennt man dort nicht. Sie erleben immer wieder Demütigungen, Unsicherheit, Angst. Zwischen dem Abschiedskuss und heute liegt fast ein Jahr. Er vermisst seine Familie so, erzählt immer wieder von seiner kleinen Schwester. Er wünscht sich einen Beruf zu erlernen, lernt schnell unsere Sprache, ist hilfsbereit. Auf der Flucht lernt er seinen Freund kennen, der von seinem Onkel los geschickt wurde, weil seine Mutter ins Gefängnis kam. In den Augen unseres Rechtstaates hat sie nichts falsch gemacht. Aber es wird zu gefährlich für ihn in der Heimat zu bleiben, da wo er verwurzelt ist. Er soll neue Wurzeln schlagen nach einer gefährlichen Flucht, in einer anderen Sprache, in einer fremden Kultur. Geht das überhaupt?… Wir sind alle Menschen mit Gaben und Fähigkeiten, mit Träumen und Wünschen, mit dem Bedürfnis wirksam zu sein. Aber wir werden an sehr unterschiedlichen Orten in dieser Welt geboren, mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen, in ganz unterschiedliche Situationen. Und mit anderen Sprachen, mit anderem Aussehen, mit dem fremden Geruch kommt auch die Unsicherheit, das Bedürfnis zu schützen was man hat. Und die Vermutung steht im Raum, dass Sprüche: >Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.< (Albert Schweizer) oder >Liebe ist das einzige was wächst, wenn wir es verschwenden.< (Ricarda Huch) nette Poesie, aber nicht Lebenswirklichkeit sind. Mir geht es nicht um Politik, um geschlossene oder offene Grenzen…mit geht es um meine Stadt, um mein Zuhause, um die, die schon hier sind. Ich erlebe, dass die 2 netten Poesiesprüche Wirklichkeit werden können. Ich komme auch an meine Grenzen, bin überfordert oder genervt. Aber die Gefühle kannte ich auch schon bevor ich mit Geflüchteten in Kontakt kam. Und so bin ich sehr dankbar für die Menschen, die mir begegnen, die mein Leben durcheinander wirbeln und auch bereichern, die mich nachdenklich machen und mich reflektieren lassen, die mich neu dankbar machen für das Glück, das ich habe und dass es nichts Selbstverständliches in meinem Leben gibt. Ich bin dankbar, dass sie aus Fremden Freunde machen, aus Angst Zuversicht und aus Sorge Hoffnung… 20161027_133437

(…und ich hoffe sehr und erwarte, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wird. Es gibt keine angemessene Strafe für ein solches menschenverachtendes Verhalten, aber wirksame Konsequenzen und ich wünsche mir, dass so etwas nie wieder einer Frau passiert – weder durch einen Geflüchteten, noch durch einen Deutschen, weder durch einen Ehemann, noch durch einen Fremden. Woher kommt nur diese Lieblosigkeit, diese Unmenschlichkeit, dieses Zerstören von Mensch zu Mensch?)